Kora’esh ist die „logische Weiterentwicklung“ AlThais. Wenn unsterbliche Übergötter mit der Macht, die Realität ihren Wünschen anzupassen, zu schwer zu spielen sind, dann sollten normale Menschen doch weniger ein Problem darstellen. Zudem war ich von einigen Ideen der Final Fantasy Reihe eingenommen: Wüssten die Spieler bereits zu Beginn der Kampagne alles, was sie erst viel später erfahren, dann hätten sie schon am ersten Tag die Welt retten können… So müssen sie sich in einer Welt behaupten, die voller Gefahren, aber auch voller Möglichkeiten steckt. Hier können die Schwächsten über sich hinauswachsen, um die Welt vor dem Abgrund zu bewahren!

Kora’esh war ursprünglich für eine Kombination aus Iron Heros und eigenen Regeln konzipiert.
Einen Kurzüberblick zu Kora’esh gibt es hier!

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Kora’esh Einführung

Kora’esh, was in der Sprache des Waldvolkes „Exil“ bedeutet, ist eine runde Welt wie die Erde, Flora und Fauna sind im Großen und Ganzen ebenfalls ähnlich. Der größte Unterschied, der einem recht bald ins Auge sticht, ist, dass es sich bei ihr nicht um einen Planeten sondern um einen Mond handelt, der zusammen mit zwei anderen Monden (She’tain und Kyi’an) einen größeren Planeten (Althas oder AlThai genannt) umkreist.

Ansonsten ist auch anzumerken, dass das Zentrum des Sonnensystems nicht aus einer Sonne, sonder aus einem Doppelsternsystem besteht, wobei die eine Sonne eher Licht im blauen, die andere Licht im roten Spektrum aussendet. Der Effekt ist meistens ein weißes Licht, das ab und zu „getönt“ erscheint. Hierbei gelten blaue Sommer als die Heißesten und rote Winter als die Kältesten.

Die Ankunft der Menschen und Wildlinge
Der Große Krieg der Übergötter kam zu seinem Ende – die Auslöschung der Existenz ragte jedoch weiterhin als Bedrohung über die Ränder der Realität und lauerte in den Herzen der Diener der Stimme. Um die Herzwelt zu schützen, wurde beschlossen, diese Wesen auf einen Mond, den Chi’an, zu deportieren. Die letzte auf der Materiellen Ebene verbleibende Urkraft erfüllte den Mond mit ihrer Energie und erweckte so seine Seele zu Bewusstsein. Die Pelesh’tair, die die Menschen nur noch als Waldgeister kennen und die Diener der Stimme bewachen sollten, nannten diese neue Welt Kora’esh – „Exil“.

Da sich der Fluss der Zeit der Kernwelt Kora’esh von jenem der Herzwelt AlThai unterscheidet, war bereits ein vollständiger Äon verstrichen, als die Pelesh’tair mit ihrer „Fracht“ auf dem Mond ankamen. Gemeinsam hatten die herrschende Übergottheit und die erwachte Weltenseele ein wunderschönes Reich aus Blumen und Schatten erschaffen und es mit den Geistern des Lichts, der Dunkelheit und des Dazwischen bevölkert. In dieses Alte Reich der Geister eingeschlossen wurde nun eine weitere Welt erschaffen: die Sterbliche Sphäre. Deren Landschaft, Flora und Fauna glich der Herzwelt, ihr mangelte es jedoch an Essenz, an Magie. So konnten die Diener der Stimme diese auch nicht missbrauchen. Jedoch blieb sie zu dem umgebenden Geisterreich durch Brücken und Strudel verknüpft, deren Existenz sich nur die wenigsten der alten Geister gewahr waren.

Die Kinder des Wandels
Die Geister, die Kinder der Weltenseele, nannten sich selbst „Created“, da sie die Schöpfung der Übergottheit und der Weltenseele waren. Ihre Gesellschaft fußte auf den drei kosmischen Kräfte des Lichts, der Dunkelheit und der Schatten dazwischen. Die Geister des Lichts regierten während des Tages, die der Dunkelheit während der Nacht und die Geister der Schatten herrschten im Zwielicht zwischen diesen. Dieser Zyklus währt 300 Jahre in der Sterblichen Sphäre, so dass der Tag der Lichtgeister und die Nacht der Dunkelgeister jeweils 100 Jahre dauern, während die beiden Zwielichte je die Hälfte an Zeit umspannen.

Während des Tages im Geisterreich schlummern die Geister der Nacht und auch die Sterbliche Sphäre erscheint heiterer. Das Gegenteil gilt für die Nacht der Geister. Zu beiden Zeiten sind die Schattengeister geschwächt und verfallen oft in eine Traumtrance, halb wach und halb schlafend. Während des spirituellen Zwielichts sind alle Arten der Geister bei Bewusstsein, aber nur die des Schattens herrschen und erleben die Blüte ihrer Macht.

Die junge Welt
Die Pelesh’tair brachten die Diener der Stimme zwar auf den Mond Kora’esh und versiegelten die Portale, zogen sich aber bald in ein selbst geschaffenes Reich in den Tiefen der Wälder zurück. Einige der Übergötter, vor allem die Zwillinge und der Wanderer, interessierte das Schicksal der neuen Welt hingegen sehr. Sich selbst in die Gestalt von Fortunae kleidend, setzten sie Fuß auf die Seele Kora’eshs. Neue Kulturen der Diener der Stimme entstanden. Die eben genannten Übergötter beabsichtigen, diesen Menschen und Wildlingen Demut zu lehren, weshalb sie ihnen nicht nur eine Schrift beibrachten, sondern auch von ihrer Rolle im Krieg der Übergötter berichteten.

Schon bald jedoch verloren sie das Interesse in diese neuen Gemeinschaften, Siedlungen und Ethnien, da sich für sie Wichtigeres auf der Herzwelt ereigneten.

Die Pelesh’tair erfüllten zwar weiterhin ihre Pflicht als Wächter, waren aber erfüllt vom Schmerz gegenüber ihrem Exil und dem Hass gegenüber den Dienern. So schauten sie nur zu, als die Herren des Stahls vom Süden her emporkrochen und die noch freien Menschen unterwarfen. Das Metallene Imperium beherrschte alles und die Dunkelste Zeit brach heran.

Das Metallene Zeitalter
Der Dämon im Norden, der aus einem alten, vergessenen Portal auf die Welt gekommen war, sah die Bedrohung klarer als die Pelesh’tair und versuchte, sie zum Handeln zu drängen. Aber sie ließen sich nicht umstimmen.

Während des Zweiten Zwielichts des 31. Zyklus spürte man auch den Einfluss des Stahls im Geisterreich und die Herrscher der Schattengeister sahen sich gezwungen, etwas zu unternehmen. Gemeinsam mit Licht und Dunkelheit schickten sie fünf Gefährten aus, um das Dunkle Imperium seinem Ende zuzuführen. So überschritten sie die Schwelle zur Sterblichen Sphäre, mussten dort aber schnell feststellen, dass sie chancenlos waren. In ihrer Not wandten sie sich an die Pelesh’tair und flehten um Hilfe.

Zusammen mit dem Dämon waren sie in der Lage, ein wenig Unterstützung aus dem Wald zu erlangen: ein einzelner Pelesh’tair, der angeblich eine Created als Mutter hatte. Dank seiner Kenntnisse des Krieges der Übergötter war es ihnen möglich, das Stählerne Imperium zu unterwerfen und seine Herrscher in den Süden, in die grässlichsten Dschungel der Welt zu treiben. Um die Sicherheit der Welt zu gewährleisten, hielten es die Geister für unabdingbar ein neues Imperium zu schaffen: eines der Menschen mit freiem Willen.

Die Menschen sind sich bis heute kaum dem Einfluss der Geister und Pelesh’tair in diesen Gründerjahren bewusst. Sie hielten die Helden dieser Zeit für die Auserwählten ihrer Gottheiten oder sogar für Halbgötter. Der erste Kaiser, Ino, der unter der direkten Kontrolle der Created stand, wird bis heute für einen Halbgott gehalten. In den Adern seiner Kinder floss ein wenig Created-Blut, was sich als vorteilhaft für die Imperiale Dynastie auswirken sollte.

Um sicher zu gehen, dass es im Notfall ein Gegengewicht zu einem übermächtigen Zentrum gäbe, schufen die Geister hinter dem Thron ein Imperium mit fünf starken Regionalfürsten. Diese sollte die Macht besitzen, gegen einen Herrscher vorzugehen, der im Bann der „Stimme“ gefangen ist.

All dies geschah vor über 4000 Jahren. Ino soll nach seinem langen Leben um das Jahr 200 n.R.(nach der Reichsgründung) gestorben sein. Zwar herrscht die Imperiale Familie der Ino‘os bis heute über das Imperium, das Inoanische Reich jedoch fand sein Ende 2768 n.R., als Kaiser Koan II. die Annektierung der Nordlande erklärte. Die nördlichen Stadtstaaten hatten Handelsverträge nicht erfüllt und die kaiserliche Ehre beschmutzt, hieß es. Tatsächlich hatten sich zwei Städte, Mika und Bet, geweigert, den Imperialen Legaten ihre Frauen zur „freien Verfügung“ zu stellen. Somit nahm das Zeitalter „ernsthafter“ imperialer Bestrebungen gleichsam mit der Abkehr von den Lehren der Created seinen Anfang.

Das Imperiale Zeitalter
Innerhalb weniger Jahrhunderte eroberten Imperiale Truppen fast die gesamte bekannte Welt. Die fünf Kerngebiete des Imperiums umringten die weitläufige Imperiale Stadt Ina am Südufer des Sommermeers: Kuma im Nordosten, Kama im Osten, Nawa im Süden, Aza im Südwesten und Wana im Westen. Zuerst verleibte sich das Imperium die kleinen Stadtstaaten im Gebiet des heutigen Arokam am Nordufer des Sommermeers ein. In dieser Gegend ist der kulturelle Einfluss bis heute am stärksten zu spüren.

Kurz darauf folgten die Inselkönigreiche Kularans im Westen. Mit dem Sonnenthron im Osten einigte man sich nach 200 Jahren der bittersten Auseinandersetzung auf einen Waffenstillstand. Die heilige Insel Dal‘Gorai hingegen litt lange unter der Imperialen Besatzung.

Nur zwei Gebiete blieben längere Zeit vom Imperium verschont: Pan‘anyat im tiefsten Süden und Gaevon im höchsten Norden. In die unwirtlichen Dschungel Pan‘anyats setzte bis heute keine Imperiale Delegation einen Fuß. Zu groß erschien die Gefahr, alte Monster aus Stahl und Angst aus ihren langen Schlaf zu wecken.

Gaevon, das Gebirgsland der Nordbarbaren, stellte bis zur Entdeckung seiner reichen Erzvorkommen kein Gebiet dar, das Imperiale Aufmerksamkeit auf sich zog. Das änderte sich, als im Jahr 3312 n.R. Kundschafter aus dem Nordgebirge zurückkamen und von der dortigen Ressourcenfülle berichteten. Am 5. Kamon 3330 n.R. begann der Nordland-Feldzug des Kaisers Deon III., der jedoch erst in den letzten Regierungsjahren seines Großenkels Kelar II. 3447 n.R. zu einem Ende kommen sollte. Erst der Tod Winterskys, größter Generälin und Oberhäuptling der vereinten Nordlandstämme, durch den Speer des En erlaubte den Imperialen Truppen im Norden Fuß zu fassen. Aber vom gleichen Ort aus sollte auch das Ende des Reich seinen Anfang finden.

Das Freie Zeitalter
Die Provinzen dienten den Kerngebieten als Versorgungslieferanten und wurden nach und nach ausgesaugt. Das Aufkommen und die weite Verbreitung dämonhafter Karikaturen vom Kaiser im Jahr 3993 n.R. war der erste Vorbote für die vier Jahre später folgende Revolution.

Die Provinzen, angefangen mit Gaevon und Kularan, erhoben sich gegen die Imperialen Beherrscher und drängten im Laufe eines halben Jahrhunderts das Imperiale Reich auf seine Kerngebiete zurück. Dort kam es jedoch zu einem Patt. Die Kamaischen Generäle hatten bereits eine Dekade vorher damit begonnden, alle strategisch wichtigen Punkte des Reiches und insbesondere die Hauptstadt auf eine Belagerung vorzubereiten. Die Belagerung Inas dauerte dauerte fast 6 Jahre.

Des Kämpfens müde, erklärten sich die Anführer der Rebellen 4047 n.R. bereit, zu verhandeln. Ein Jahr später wurde auf der Insel Kona ein Friedensvertrag unterzeichnet, der das Imperium auf seine alten Kerngebiete beschränkte und die Provinzen zu eigenständigen und souveränen Reichen erklärte.

Heute schreiben wir das Jahr 187 nach der Befreiung – einer Zeitrechnung, der sich das Imperium nur zögerlich anschließt. In diesem Jahr wird die weltweite Aufmerksamkeit auf Ereignisse gerichtet werden, die ihren Anfang in dem kleinen Dorf Lasae im Süden Nawas nahmen. Am 34. Anzai starben die letzten Kinder Nawahis…

Die Völker und Reiche Kora’eshs
Die größte Population der Sterblichen Sphäre stellen die Menschen dar. Die Menschen im Imperium sind von durchschnittlicher Körpergröße, eher schlank und filigran – man stelle sich eine Mischung aus Asiaten und Kaukasen (Weißen) vor. Die Augenfarben reichen von schwarz, dunkelbraun, dunkelgrau hinzu einem dunklen blaugrün, während blauschwarzes, schwarzbraunes und kastanienbraunes Haar am häufigsten anzutreffen ist. Je weiter gen Norden man reist, desto heller werden Haut- und Haartöne. Die Nordlandbarbaren haben oft silbrig-weißes oder weißblondes Haar. Die helläugigen Nordmenschen sind auch um einiges größer als die Menschen des Imperiums. Während im Süden die Speisen in der Regel auf Fisch und den verschieden duyar-Sorten (Speisekaktus) basieren, isst man im Norden vor allem Fleisch und Teigwaren.

Die Menschen der Inselreiche neigen zu einer rotbraunen Hautfarbe, blond oder schwarzes Haar und grün-braunen Augen, während die Wüstenvölker mit die dunkelste Haut- und Haarfarbe aufweisen.

Einige wenige Menschen haben Vorfahren aus dem Alten Reich der Geister und zeichnen sich durch kleine Auffälligkeiten, wie mehrfarbig schimmernde Augen, daunenfederhaftes Haar, eine runzlige oder schuppige Haut aus.

Fast ebenso zahlreich wie die Menschen sind die Wildlinge, die I-asperai. Sie sind von ähnlicher Statur, in der Regel stärker behaart und weisen leicht wölfische oder feline Gesichtszüge auf. Das Fell reicht von den verschiedensten Braun-, Beige-, Grau- und Rottönen zu einem tiefen Schwarz, während die Haut meist grau wirkt. Wildlinge sind Nomaden, die sich jedem Klima anpassen und dort überleben können, so dass es überall in der Welt Stämme ihres Volkes gibt. Am zahlreichsten sind sie jedoch in den nördlichen Gebirgen. Ihre Gesellschaft ist meist meritokratisch organisiert, wobei aber auch den Älteren eines Stammes großer Respekt gezollt wird. In seltenen Fällen folgt ein Stamm einem Oger, eine Art Riese, weshalb man sie auch bisweilen als „kleine Oger“ bezeichnet. Ihr Verhältnis zu den Menschen ist mehr als gespannt, eher feindselig, da Wildinge gerne menschliche Siedlungen überfallen.

Sowohl die Created des Geisterreichs als auch die Pelesh’tair des Waldreichs nehmen immer mal wieder Einfluss auf die Geschicke der Sterblchen Sphäre, sei es zur Belustigung oder zur Absicherung vor der Stimme. Dauerhafte Präsenzen werden jedoch kaum unterhalten.

Das Alte Imperium
Zurückgedrängt besteht es heute nur noch aus seinen Kerngebieten. Ina ist die Hauptstadt und wie die wenigen Reichsstädte unter der direkten Herrschaft des Kaisers. Der junge Kaiser Niam IV. hat jedoch große Schwierigkeiten, diese Macht tatsächlich auszuüben. Ina liegt an der Küste und umfasst bis heute alte Siedlungen zur Zeit des Fischervolks, aus dem sich die imperiale Familie entwickeln sollte.

Im Nordosten der Hauptstadt liegt das Fürstentum Kuma. Nach Kul’mai dem Magier benannt, ist es ein Land, das für seine Schulen, Philosophen und Gelehrten bekannt ist. Wein und Schnaps zählen zu den beliebtesten Erzeugnissen dieser Region.

Weiter östlich liegt Kama, das von Kam’an dem Krieger gegründet worden sein soll. Das Haus Kam’an war seit Anfang des dritten Jahrtausends n.R. darauf bedacht, seine Töchter mit Mitgliedern der Kaiserfamilie zu vermählen, und war eine treibende Kraft hinter den Eroberungsfeldzügen dieser Zeit. Neben den Schwertern dieses Landes sind auch sein Käse im ganzen Reich beliebt.

Im Süden ist Nawa, in dem immer noch Nawahi die Tänzerin verehrt wird. Die Menschen hier zählen zu den Schönsten des Imperiums und stellen so selbst das wichtigste „Exportgut“ dieser Region dar, wenn auch der hiesige Schwarzwein sich großer Beliebtheit erfreut. Tänzer, Sänger und andere Künstler aus Nawa sind an allen Höfen des Reiches gefragt.

Das südwestliche Anza ist der „Kornspeicher“ des Reiches und ist für seine weiten Felder und Obstheine bekannt. Anzahi der Händler hinterließ hier aber auch einen Sinn für Zahlen und Werte, so dass auch viele Kaufleute und Richter aus dieser Region stammen.

Wana hat nicht nur die größten Wälder, sondern ist auch Heim der meisten Imperialen Werften. Wana’al der Reisende leerte hier nicht nur den Schiffbau, sondern auch den Umgang mit Flora und Fauna.

Auch wenn es eine rege Kommunikation zwischen den einzelnen Landeshauptstädten und Ina gibt, man sich an allen Höfen nach den Trends am Kaiserpalast richtet, so ist für viele Einwohner der Kerngebiete das „Imperium“ eine Geschichte, ein Mythos. Insbesondere in den Ortschaften weitab der Imperialen Straßen ist kaum die Landeszugehörigkeit bekannt.

Arokam
Arokam war die Provinz, die aus den früheren Stadtstaaten nach deren Annektierung gebildet wurde. Nach der Befreiung vom Imperialen Joch behielt man den Regionsnamen bei und gründete einen Staatenbund. Die Union der Freien Städte Arokams besteht jedoch vor allem in den Köpfen der Menschen und besitzt weder ein politisches Zentrum noch so etwas wie Bundestruppen. Bestrebungen einer solchen Vereinigung wird mit starkem Misstrauen begegnet, da es zu sehr nach einer neuen Form imperialer Herrschaft riecht.

Nicht nur weite Teile der arokamischen Architektur ähnelt dem inoischen Stil des Imperiums, auch die von den Legaten eingeführten Gilden haben sich bis heute gehalten. Sie sind zu mächtig geworden, um sich ihrer so einfach zu entledigen. Viele Freigeister Arokams plädieren für ein Ende dieser Einrichtung und manch einer befürchtet bereits innenpolitische Auseinandersetzungen, die sich zu einem Bürgerkrieg zuspitzen könnten.

Arokam ist mit einem milden Klima gesegnet und für seine Agrarwirtschaft bekannt. Berühmt ist es vor allem für seine hervorragende Küche, der es gelingt die verschiedenen Einflüsse aus aller Welt zu einer wohlschmeckenden Harmonie zu vereinen.

Die Schatten der Stadtstaaten liefern ein anderes Exportgut: professionelle Assassinen.

Kularan
Die westlichen Inselreiche befinden sich zwar in einem steten Zustand kleiner und größerer Fehden, die aber oft eher einer Art Volkssport gleichkommen. Der Invasion des Imperiums hatten die Inseln Kularans jedoch wenig entgegenzusetzen. weshalb man sich offiziell bald ergab. Auch hatten es die Legaten und ihre Truppen nicht schwer auf den Kularan Inseln – die Inselbewohner waren freundlich, devote Sklaven und hilfsbereit ihren neuen Herren gegenüber. Die Haushalte der Imperialen Bürger auf den Inseln lebten in friedlicher Gemeinschaft mit den Sippen der Kularan. Daher kam es als großer Schock, als diese sich gegen das Imperium erhoben und all ihre Kenntnisse über die Befestigungen und Häuser ihrer alten Herren einsetzten, um diese vollkommen von ihren Inseln zu vertreiben. Geduld gilt bis heute auf den Inseln als große Tugend. Man muss nur den richtigen Moment abwarten und erkennen. Für die Imperialen Bürger, die fliehen konnten, gilt der Aufstand der Kularan immer noch als der größte Verrat der Revolution.

Die Kularan leben in matrilinearen Gemeinschaften, wobei Kinder in der Regel von der gesammten Sippe aufgezogen werden. Manch ein Imperialer Forscher sah hier Ähnlichkeiten zu den Lehren Nawahis und vermutete eine Verknüpfung der beiden Kulturen. Der Gegensatz der oft spielerisch-aggressiven Disposition der Kularan konnte aber keiner erklären. Seit der Befreiung und der Übernahme Imperialer Schiffbautechniken erblüht die Langstreckenseefahrt der Inselreiche – Piraterie ist ein Ergebnis dieser Entwicklung, das dem Alten Imperium gar nicht schmecken will.

Dal’Gorai
Die heilige Insel im Nordosten des Hauptkonitents ist bis heute fast unbekanntes Gebiet. Zwar gab es hier lange Zeit Imperiale Außenposten, ins Landesinnere drangen diese Truppen des Reiches aber nicht vor. Umso brutaler waren die Auseinandersetzungen mit den wenigen Bewohnern, die sich dem Imperium entgegensetzten. Viele Legaten berichteten davon, dass es schwer fiel, Tier von Mensch zu unterscheiden. Es gelang nie, Gefangene zu machen, da alle bis zum Tode kämpften.

Als die Revolution die anderen Gebiete des Reiches erfasste, gab man freiwilig diese Region auf, um die Truppen woanders zu stationieren. Dem Großen Wald konnte dies nur recht sein.

Men Ekan
Der Sonnenthron im Osten gilt als religiöses Zentrum der Wüstenvölker. Das Wüstenreich gehört aber zu den weißen Flecken der Imperialen Landkarte, denn tief drang man nie an diese Länder ein.

Es gibt hier unzählige Nomadenstämme, die in den Wüsten, aber vor allem den Steppen und Oasen der Region zuhause sind. Zur Zeit der ersten Imperialen Eroberungsfeldzüge waren sie alle Teil des Sonnenreiches Men Ekan, regiert von mächtigen Kristallschleifern und Priestern der Lichttriade. Men Ekan erstreckte sich dabei auch bis tief in die Erde hinein. Kollossale Städte aus Kristall und Licht wurden in den tiefsten Höhlen errichtet.

Bald nachdem man den Waffenstillstand mit dem Imperium vereinbart hatte, wurde das Sonnenreich jedoch von einer anderen Bedrohung heimgesucht. Die Hand des Lichts, Oberster Sprecher der Sonnen, wurde als Diener des Stahls entlarvt und es kam zu einem Bürgerkrieg zwischen den verblendeten Dienern des Metalls und den Sprechern der Sonnen. Die stählernen Unholde mussten sich zwar am Ende um 3400 n.R. zurückziehen, das Vertrauen aller Menschen Men Ekans wurde jedoch aufs Tiefste erschüttert. So blieben vom einstigen Großreich nur noch verstreute, allem Fremden gegenüber misstrauische Stämme übrig.

Das Ende des Imperiums wurde hier zwiespältig aufgenommen. Die einen vermuten, dass auch hier die Diener des Stahls überwunden wurden, während andere in der Revolution selbst die metallene Hand erkennen wollen.

Bis heute gibt es kaum nennenswerte Beziehungen zu anderen Ländern der Welt.

Gaevon
Wem die Nordgebirge gehören, ist nicht so einfach zu bestimmen. Dem Imperium jedoch auf keinen Fall. Die hier lebenden Menschen müssen nicht nur mit den oft eisigen Temperaturen und den wilden Tieren fertig werden, sondern leben auch in der ständigen Auseinandersetzung mit den Wildlingstämmen. Zusätzlich soll auch in den Hohen Bergen der Dämon des Nordens sein Reich haben. Während die anderen sechs Wegsdämonen (Osten, Süden, Westen, Mitte, Himmel und Hölle) sich eher durch unaufdringliche Abwesenheit auszeichnen, ist dieser Dämon über die Maßen aktiv.

Angeblich gab es Verbindungen zwischen diesem Wesen und den damals vereinten Nordstämmen, als das Imperium gen Norden zog. Heute hat kaum jemand mehr einen Fuß ins Landesinnere gesetzt, da die Stämme allen Fremden die Weiterreise verweigern.

Die Stämme Gaevons sind ihren Wildlingwidersachern nicht unähnlich. Auch sie haben eine eher meritokratische Gesellschaftsform und lösen Konflikte eher auf eine aggressive Art und Weise. Wenn man das Glück hat, einmal länger mit einem der ihren zu sprechen, zeigen sie jedoch oft weitreichende Kenntnisse und eine Vertrautheit mit alten philosophischen Gedanken. Viele können von längst vergangenen Ereignissen berichten, als wären sie selbst dabei gewesen. Es sind vor allem die wandernden Barden, mit denen Nicht-Nordmenschen Kontakt haben, was sich im aktuellen, leicht romantischen Nordlandbild im Imperium widerspiegelt.

Pan’anyat
Was sich in den südlichen Dschungeln verbirgt, ist vollkommen unbekannt. Städte der Diener des Stahls? All jene, die sich bis in die Dschungel vorwagten, kehrten nicht zurück. Oder etwa doch?