Meine Forschung bewegt sich zwischen Japanologie und sozialwissenschaftlicher Medienwissenschaft. Geprägt wurde ich hier vor allem durch interaktionistische und materiell-semiotische Perspektiven, wobei ich selbst einen multidisziplinären Ansatz vertrete. Qualitativ/quantitativ und andere polarisierende Dichotomien stehen hinter der Angemessenheit der Methode gegenüber der Forschungsfrage. Im Kern geht es in meiner Forschung um den „common sense“: Zum einen als Kritik an der unhinterfragten Übernahme „naturalisierter“ Kategorien im wissenschaftlichen Diskurs, wie sie insbesondere wieder in der Diskussion um japanische Populärkultur anzutreffen ist. Zum anderen als Wekzeug, als Forschungsperspektive: Sozialwissenschaftliche Forschung darf nicht am Schreibtisch stehen bleiben, sondern muss „raus“ an die frische Luft. Daher setze ich in bei den mich interessierenden Fragen auf qualitative Interviews, Netzwerkanalysen und teilnehmende Beobachtung.

Meine Doktorarbeit, die sich mit globalen Netzwerken/transnationalem Austausch, Identitätsbildung und Internet-Communities am Beispiel von Erzähl- und Rollenspielern in Japan, Deutschland und den USA beschäftigte, wurde durch Stipendien des Deutschen Institut für Japanstudien Tokyo (DIJ) und der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) ermöglicht. Von April 2011 bis Anfang 2015 war ich mit meiner Forschung am Exzellenz-Cluster „Asia and Europe in a Global Kontext“ (Heidelberg) und hatte 2012 am Global Center of Excellence for „Reconstruction of the Intimate and Public Spheres in 21st Century Asia“ der Universität Kyoto erneut eine Möglichkeit, in Japan für mein Projekt zu forschen.

Seit 2015 arbeite ich als Senior Lecturer an der Graduate School of Letters der Universität Kyoto, wo ich weiterhin zu Transkulturellen Studien und Rollenspielen forsche und lehre.